Auszug aus dem Katalog "Deep Action" Wolfgang Petrick und Meisterschüler ,2005
Die Suche nach Visionen im Spiegelsaal der Bilder
...Echte Schönheit und unechter Glanz verbunden mit Geschäft, Kitsch und fotografischen Bildern sind das Bouquet von manchmal konkurrierenden und manchmal verbündeten Fragen und Hinterfragungen, denen man im Werk von Philipp Weber begegnet. Als gradliniger, figurativer Maler vollführt Weber in seinen neuen Serien "Beach Elfs" und "Cheerleaders" behutsam einen Seilakt auf der Linie zwischen kommerzieller Modeillustration und zynischem, begrifflichem Post Pp. Dave Hickey hat einmal bemerkt, dass die unerfüllten Erwartungen des Betrachters vielleicht eine ebenso wichtige Rolle spielen wie die erfüllten. Webers Bilder mit jungen Frauen, gekleidet wie Mannequins in freizügigen BHs oder Badeanzügen, postiert an leeren Stränden oder gegen den Hintergrund flauschiger Wolken, mögen gewisse Aspekte des Verlangens der zeitgenössischen Gesellschaft nach "cheese cake" reflektieren. Seine erstaunliche Begabung, einen fast "foto-perfekten" Realismus zu gestalten, wird unterstrichen durch das Hinzufügen kitschiger Elemente wie Schmetterlingsflügel in den "Beach Elfs" (2001/2002) oder in "Der Kuss-Tina" (1997), flüchtige Versionen seiner eigenen, glänzenden Cartoon-Skulpturen. Die Ausführung von Webers Bildern zeugt von großer Sorgfalt. Die Farbtöne der Haut sind makellos, die schmollenden Lippen und leeren Blicke grenzen fast zu sehr an eine Übernahme kommerzieller Glamour-Layouts. Die Fotorealisten erzeugen ein ähnliches Paradox, wenn sie Bilder von Fotografien produzierten, die dann wiederum fotografiert und in den Kunstmagazinen abgedruckt wurden. Jetzt werden Anzeigen für Donna Karan in denselben Magazinen publiziert, und mit Webers Unterschrift, die wie ein korporatives Logo aussieht, wird die Enthüllung der Kunst als ein Modeprodukt offensichtlich ... James Kalm